Motivation

Momentan handeln wir natürlich hauptsächlich aus Eigeninteresse, denn eine angekündigte Mieterhöhung stellt uns vor entsprechende Probleme.

Im Rahmen unserer Recherchen sind wir jedoch recht schnell auf viele andere Menschen gestoßen, die sich in teilweise exakt derselben Lage befinden, oder wo diese zumindest vergleichbare Ausmaße annimmt. In unserem speziellen Fall, der Nordstadt Hannover, betrifft dies naturgemäß v.a. Studierende, jedoch auch ältere Menschen, Auszubildende und sonstige, die man gern gemeinhin als „einkommensschwach“ bezeichnet.

Um es noch einmal deutlich zu sagen: Wir setzen uns NICHT für kostenlosen, sondern für BEZAHLBAREN Wohnraum ein.
Wir stellen uns damit gegen eine immer deutlicher zutage tretende Wohnugsmarktpolitik, in der Häuser (und damit auch die MieterInnen) zu bloßen Spekulationsobjekten verkommen, um möglichst schnelle und hohe Gewinne zu erzielen.

Es ist natürlich völlig nachvollziehbar, dass Eigentümer bzw. Vermieter mit ihren Immobilien Gewinne erzielen wollen; das ist ganz normaler geschäftlicher Alltag. Jedoch darf dies nicht um jeden Preis der Fall sein. In diesem Zusammenhang ein bezeichnendes Zitat des Immobilienverwalters Delta Fonds (aus der Region Hannover), welches sich an potentielle Kunden richtet (und damit sind nicht die Mieter, sondern Investoren gemeint):
„Der Werterhalt die bestmögliche Rendite Ihrer Wohn- oder Gewerbeimmobilien stehen für Delta Fonds an erster Stelle.“
Quelle: https://www.deltafonds.de/leistungen/mietverwaltung/
Deutlicher kann man es wohl kaum formulieren..

Wir wollen die Vorgehensweise und Methoden aufzeigen, die hier zum Einsatz kommen, damit:
– aufgedeckt wird, in welch teils abstoßender und menschenverachtender Art mit den Mietern umgegangen wird.
– davon Betroffene sich solidarisieren und austauschen können
– generell Aufmerksamkeit für dieses brisante Thema geschaffen wird.

Die ca. 800 TeilnehmerInnen der von uns am 10.11.2018 organisierten Demonstration zeigen deutlich, dass hier Handlungsbedarf besteht und bekräftigen uns in unserer Überzeugung.

Ein Nebenkriegsschauplatz: Im Hintergrund seht ihr zwei Transparente, die an dem von uns bewohnten Haus angebracht waren, um unserem Protest gegen die Mieterhöhung („Modernisierungszuschlag“) im Rahmen von geplanten Modernisierungsmaßnahmen nach einem Eigentümerwechsel des Hauses Ausdruck zu verleihen.

Wir reden hier – wie aus den Transparenten ersichtlich – um eine Mieterhöhung von überwiegend ca. 300,- € pro Mieteinheit. Oder anders gesagt, ca. 60% (!)

Es handelt sich um eine bewusst friedliche Aktion, die in dieser Form vorerst lediglich der Aufmerksamkeit dienen sollte, leider jedoch von Vermieterseite als ein Affront angesehen wurde – mittlerweile ist ein Verfahren am Amtsgericht Hannover abgeschlossen, welches die Sachlage klären sollte. Dieses ist zu unseren Gunsten ausgegangen, die Transparente durften hängen bleiben!

(Übrigens: Zumindest in Niedersachsen wurde damit ein Präzedenzfall geschaffen)

 

Update: Aktuell (Februar 2019) stellt sich die Situation so dar, dass KEINE der angekündigten Modernisierungsmaßnahmen auch nur ansatzweise durchgeführt wurde. Ob dies kausal mit der am Jahresanfang beschlossenen Neufassung eines entsprechenden Gesetzes zusammenhängt, ist vermutlich nur ein Zufall.. (?)

 

Obwohl, doch: Etwas Neues gab es. Es wurden neue Rauchwarnmelder in den Wohnungen installiert. Nur scheinen diese aus irgendeinem Grund nicht zu funktionieren..